Spatenstich für Bürgerwindpark Südliche Ortenau
„Mit dem heutigen Festakt setzen wir ein Zeichen für die regionale und bürgernahe Umsetzung der Energiewende“, sagte Jens Mühlhaus, Vorstand der Green City Energy AG, anlässlich des Spatenstichs. „Der Bürgerwindpark Südliche Ortenau liefert den Beweis, dass eine kooperative Planung und Umset-zung für alle Seiten das beste Ergebnis liefert.“ Das unterstrich auch der baden-württembergische Um-weltminister Franz Untersteller: „Bis zum heutigen Spatenstich war es ein langer Weg, bei dem die an diesem Projekt Beteiligten auch ‚Gegenwind‘ ausgesetzt waren. Ich möchte das gar nicht negativ werten, konstruktive Kritik ist wichtig und es geht darum, den Windenergieausbau mit den Belangen von Mensch und Umwelt in bestmöglichen Einklang zu bringen. Wir nehmen die Ängste und Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst. Offene, transparente und frühzeitige Kommunikation ist dabei oft ein gutes Mittel, um Widerstände abzubauen und das Vertrauen der Bevölkerung vor Ort zu gewinnen. Genau so wurde es hier von Beteiligten praktiziert und damit erreicht, dass der Bürgerwindpark trotz Kritik von einer Mehr-heit der örtlichen Bevölkerung befürwortet wird.“ Jörg Bold bedankte sich im Namen der Ettenheimer Bürgerenergie, dass die Genossenschaft von Anfang an mit eingebunden wurde. „So konnten viele Ideen der Bürger berücksichtigt und damit die Akzeptanz des Windparks gestärkt werden“, ist Bold überzeugt.
Der Spatenstich symbolisiert das nahende Ende der bauvorbereitenden Maßnahmen für den Bürger-windpark und markiert den Beginn der eigentlichen Bauarbeiten – Voraussetzung dafür ist noch die Bauf-reigabe durch das Landratsamt. Von Anfang November bis Januar werden die Fachleute der Firma Max Bögl die Fundamente aus Stahlbeton errichten. Sobald die ersten Fundamente die erforderliche Festig-keit erreicht haben, bringen Schwerlasttransporter die Betonturmsegmente in den Wald. Voraussichtlich ab März werden die Maschinengondeln mit Generator und Getriebe aufgesetzt und die Rotorblätter montiert. Ende Juni 2016 sollen alle Anlagen in Betrieb sein. „Ob der Bauzeitenplan eingehalten werden kann, hängt nicht zuletzt von der Witterung im Winter ab“, betont Massimo Samele von Green City Ener-gy, der als Projektleiter Bau die Errichtung des Windparks betreut. „Ist es zu kalt, können wir keine Fun-damente gießen, da der Beton dann nicht schnell genug abbindet“, erklärt Samele.
„Viele reden über die Energiewende – hier wird gehandelt“.
Auf die eine oder andere Woche kommt es örtlichen Akteuren aber ohnehin nicht an. Wie der Spaten-stich deutlich machte, geht es den Gemeindeoberhäuptern auch ums Grundsätzliche: „Mit dem Wind-park Südliche Ortenau leisten wir einen beachtlichen Beitrag zur Energiewende. Da physikalisch der Strom immer den kürzesten Weg zur nächsten Steckdose findet, verbleibt der grüne Strom in der Region. Ein gutes Gefühl.“, sagte Thomas Schäfer, Bürgermeister in Seelbach, im Rahmen seines Grußworts. Auch sein Kollege aus der Gemeinde Schuttertal, Carsten Gabbert, ist hochzufrieden: „Viele reden über die Energiewende. In unserer Region wird gehandelt. Die Energiewende gibt es nur, wenn die Projekte hierzu geschaffen wer-den. Wir haben das getan. Das freut mich. “ Dass das Projekt von Erfolg gekrönt war, ist insbesondere der engen interkommunalen Zusammenarbeit der vier Partnergemeinden Ettenheim, Schuttertal, Seelbach und Ringsheim zu verdanken. Der Bürgermeister von Ringsheim, Heinrich Dixa, bringt es in seiner Rede auf den Punkt: „Vier Kommunen – ein Ziel: Die Erzeugung regenerativer Energie. Schön, dass es jetzt los geht und wir auf dem Weg sind, das Ziel zu erreichen.“ Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz bestätigt das: „Alle Beteiligten haben große Anstrengungen unternommen, das Projekt gemeinsam auf den Weg zu bringen. Es freut mich, dass wir heute mit dem Spatenstich symbolisch den Bau des Windparks begin-nen können und damit zeigen: Gemeinsam ist die Energiewende machbar!“

